Hinter den Augen der Welt

Dieser historische Roman spielt im 16. Jahrhundert in England. Die Adligen im Roman sind überlieferte Personen. Mary die Tochter eines Barons hat eine stumme Zwillingsschwester, die versteckt im Schloss lebt. Nur wenige wissen von ihrer Existenz. Heute würde ihr Zustand möglicherweise als schwere Form des Autismus bezeichnet. Mary verliebt sich in dn Stallburschen Fynn, der sie auf ihren Ausritten begleitet. Dann entdeckt sie, dass Fynn eine junge Frau ist. Die liebenden verbringen heimlich so viel Zeit wie möglich zusammen. Jedoch beide wissen, dass ein Hexenprozess droht, wenn Fynns Identität heraus kommt. Und auch Mary droht Unheil ob dieser unstandesgemäßen Beziehung. Werden die Frauen erwischt? Wird diese Geschichte ein Happy End haben? Es ist unwahrscheinlich, zuviel spricht gegen diese Beziehung....

 

 

Schirmer, Tess, Hinter den Augen der Welt, Querverlag 2017, 16,90 Euro

Casta Diva

Auf 700 Seiten präsentiert der schwule Opernführer 157 Werke und 92 Komponisten. Opulent gestaltet ist der Band und mit vierfarbigen Abbildungen versehen. Zwei Lesebändchen sorgen für die Orientierung.

Opern üben schon von jeher eine Faszination auf schwule Männer und auch lesbische Frauen und transgender aus. Durch ihre opulente Gestaltung und ihre Entrücktheit vom alltäglichen haben sie etwas queeres an sich. Und oft wird mit Geschlechterrollen gespielt. Männer schlüpfen in Frauenkleider und Frauen verkleiden sich als Männer. Und sie verlieben sich,die hieraus entstehenden Verwicklungen sind besonders für ein queeres Publikum reizvoll. Auch schwule Komponisten wie Benjamin Britten werden vorgestellt.Dieses Buch ist ein Muß für Opernfans und alle, die es werden wollen.

 

 

Casta Diva, Rainer Falk & Sven Limbeck (Hg.), Querverlag 2020, 50 Euro

Wenn Worte meine Waffe wären

Scheherazade ist Muslimin. Ihre Familie stammt aus dem Iran und ihre Eltern sind schwer traumatisiert, vor allem bei ihrem Vater wird das sehr deutlich. Und Scheherazade verliebt sich in ein Mädchen. Während ihre Mutter sie verstößt, reagiert ihr Vater verständnisvoll und tolerant. Dieser Roman ist ein Plädoyer für Toleranz und Verständnis. Besonders spannend ist, dass der Text aufgelockert wird durch handschriftliche Tagebuch einträge und Zeichnungen eingestreut in den Text.

 

 

Aamand, Kristina, Wenn Worte meine Waffe wären, Dressler Verlag 2019, 16 Euro

Fatima und Richard

Fatima Massaquoi und Richard Heydorn lernen sich in der Schule kennen, in einer Abiturvorbereitungsklasse in Hamburg. Die afrikanische Prinzessin und der Pfarrerssohn verbringen einige unbeschwerte Jahre zusammen. Richard , der eigentlich Musiker werden wollte, wendet sich nun der Afrikanistik zu. Er verbringt viele Jahre in Afrika und untersucht die indigenen Sprachen. Fatima kehrt nach Liberia zurück und wird eine groose Persönlichkeit für die Bildung in Liberia. Regelmäßig besucht sie die Familie Heydorn in Deutschland. Sie stirbt 1978 hochgeehrt.

 

Groschek, Iris, Hering, Rainer, Fatima und Richard, Ulrike Helmer Verlag 2019, 19 Euro

19 Euro

Frisches Blut

Doris Gerckes Geschichten sind ein bisschen gemein, wie der Klappentext sagt. Vor allem erzählen sie nicht aus der Sicht des Guten der den (bösen) Verbrecher fängt. Oft nimmt Doris Gercke die Position des Täters ein. Im Falle des Richters, der seine Ehefrau einzig und allein deshalb umbringt weil sie ihn nervt, läuft es einem eiskalt den Rücken herunter. In den meisten Fällen jedoch überwiegt das Verständnis für die Täter, oder das Mitleid, wie im Falle des Abenteurerpärchens das in seinem Winterquartier von der Polizei gestellt wird. Die Geschichten erzählen gänzlich unspektakulär vom Bösen oder von den guten Absichten in der vordergründig bösen Tat.

 

 

 

Gercke, Doris, Frisches Blut, Argument Verlag 2019, 15,- Euro