Alles so hell da vorn

Bettina Boll ist schockiert. Ihr Kollege Ackermann wurde in einem Frankfurter Puff erschossen. Auf den ersten Blick scheint es kein komplizierter Fall zu sein. Ackermann wurde von einer Prostituierten erschossen, die dann mit seiner Waffe geflohen ist. Doch Bettina Boll vermutet mehr hinter dem Fall. Die jungen Frauen in der Sexy Bar sind ehemalige Kinderprostituierte die für die pädophile Kundschaft zu alt geworden sind. Und Manga erschießt auf ihrer Flucht noch einen Schulleiter, den Herrn Guttvater. Ganz gezielt hat sie sich dieses Opfer ausgesucht. Handelt es sich bei dem Mädchen um die als Kind verschwundene Meggie Lepp? Und wer ist der Richter, angeblich der Kopf dieses Kinderhändlerrings? Rätsel über Rätsel und dieser Fall nimmt immense Dimensionen an. Und dann muß Bettina noch das Haus ihrer verstorbenen Tante verkaufen. Eine einfache Sache wäre da nicht dieser geheimnisvolle Brunnen... Das Buch ist spannend und von der Themathik her hochaktuell.

 

 

Geier, Monika, Alles so hell da vorn, Argument Verlag 2017, 13 Euro

Lost Boy

Lennart ist in Hamburg gestrandet. Der Junge hat sein Gedächtnis verloren. Nur dass er Lennart heißt und aus Berlin kommtt ist ihm geblieben. Er hat Glück im Unglück, denn bei Werner auf dem Fischmarkt kann er arbeiten und in einem alten Wohnwagen leben. Und erlernt Jule kennen, das Mädchen mit den blonden Haaren und dem bezaubernden Lachen. Jule schlägt ihm vor nach Berlin zufahren auf den Spuren seines Gedächtnisses. Gesagt getan. In Berlin kennt sich Lennart sofort aus, findet auch die Wohnung seiner Eltern. Doch als er alte Bekannte sucht geraten Jule und Lennart in Gefahr. Macht Bulgur, der DJ, wirklich Experimente mit schädlichen Schallwellen? Das Mädchen Kaya ist jedenfalls gestorben, das war der Auslöser für Lennarts Gedächtnisverlust. Wie die Geschichte ausgeht will ich hier nicht verraten es ist jedenfalls spannend....

 

 

Groschupf, Johannes, Lost Boy, Oetinger Verlag 2017, 12,99 Euro

Wegbereiterinnen 2018

Den Kalender Wegbereiterinnen gibt es schon seit sechzehn Jahren und immer noch finden sich bekannte und berühmte Frauen. Im Januar wird Tatjana Barbakoff (1899- 1944) porträtiert. Tsipora Edelberg verliebte sich mit neunzehn Jahren in einen Offizier und ging mit ihm nach Deutschland. Als Tatjana Barbakoff eroberte sie in den Jahren nach dem ersten Weltkrieg die Bühnen der Kabaretts und Theater. In der Nazizeit mußte sie fliehen. Im Januar 1944 wurde sie in Nizza von der Gestapo gefasst. Am 6. Februar wurde sie in Auschwitz ermordet. Im Februar folgt Clara Benthien (1887-1962) . Sie richtete in Hamburg mit ihrem Mann eine Weinprobierstube ein, die sich nach 1933 zu einem Ort des Widerstands entwickelte. In einem Hinterzimmer wurde die Flucht vieler Juden und politisch Verfolgter geplant. Der April schließt sich an mit der Kämpferin für afroamerikanische Frauenrechte Anna Julia Cooper. (!858-1964) Sie war eine Tochter des Sklavenhalters George Washington Haywood.Nach dem Bürgerkrieg konnte sie die Schule besuchen. Nach ihrer Heirat mußte sie ihren Beruf aufgeben und wurde bereits nach zwei Jahren Witwe. Sie kehrte zur Schule zurück und setzte sich fortan für die Bildung von Frauen ein. 1881 begann sie ein Studium am Oberlin College und im Alter von 66 Jahren erwarb sie ein Diplom der Sorbonne. Sie kämpfte vehement für die Rechte schwarzer Frauen. Im Juli setzt sich die Reihe der berühmten Frauen mit Käthe Leichter (1895-1942) fort. Käthe Leichter war eine der bekanntesten Persönlichkeiten der österreichischen Arbeiterbewegung. 1942 wurde sie im KZ Ravensbrück ermordet. So reiht sich eine bekannte Persönlichkeit an die andere und der Kalender ist so faszinierend wie jedes Jahr.

 

 

Wegbereiterinnen 2018, Ag Spak 2018, 14,50 Euro

Anschlag von Rechts

Dieses Buch beruht auf einer wahren Begebenheit. Die Flüchtlinge im Flüchtlingswohnheim in P. Haben alle eine bewegende Fluchtgeschichte. Sie sind alle traumatisiert bevor sie in Deutschland ankommen. Und noch eines haben sie gemeinsam. Sie werden Opfer eines Brandanschlages, ausgeführt von zwei Männern und einer Frau. Mary, im Zimmer ihres Sohnes landete der Brandsatz, wac ht jede Nacht um zwei Uhr auf und ist in Panik. Die Täter werden gefasst und vor Gericht gestellt. Der Richter weist ihnen eine rechte Gesinnung nach. Sie werden zu hohen Strafen verurteilt, der Richter geht über das von der Staatsanwaltschaft beantragte Strafmaß hinaus. In einem Nachwort wird auf die Situation von Flüchtlingen In Deutschland eingegangen. Zahlen räumen mit dem Märchen von der Flüchttlingsflut auf. Alles in allem ein bewegendes und informatives Buch...

 

 

Engelmann, Reiner, Anschlag von Rechts, cbj Verlag 2017, 14,99 Euro

Das ganze schrecklich schöne Leben

Auf die Biographie Konstantin Weckers haben viele Fans lange gewartet. Sie ist umfangreich und schildert die wichtigsten Stationen in seinem Leben und ausführlich sein Werk. Die Coautoren Günther Bauch und Roland Rottenfußer sind die perfekte Ergänzung zu Konstantin Wecker. Während Konstantin Wecker oft ins Philosophieren abgleitet schildert Günther Bauch die Stationen in seinem Leben und Rolöand Rottenfußer analysiert sein Werk. In mehreren Kapiteln wird auf die Drogensucht und die Verhaftung eingegangen. Doch auch die glückliche Jugend wird ausführlich geschildert, ebenso die ersten Karriereschritte. Und auch das Älterwerden ist Anlaß zu ausführlichen Schilderungen. Konstantin Wecker würdigt in einem ausführlichen Kapitel viele seiner Weggefährten von Mercedes Sosa bis Hanns Dieter Hüsch. Auch seine ehemaligen Schulkameraden vergißt er dabei nicht. Diese Biographie ist wirklich schön zu lesen...

 

 

Wecker, Konstantin, Das ganze schrecklich schöne Leben, Gütersloher Verlagshaus 2017, 24,99 Euro